Gene & Umwelteinflüsse

Heuschnupfen: Ursachen im Überblick

Ursachen von Heuschnupfen

Birke, Hasel, Gerste − während ein gesunder Körper diese Blütenpollen einfach ignorieren würde, bringen sie das Immunsystem von Pollenallergikern in Aufruhr. Doch warum reagieren die einen allergisch auf den Blütenstaub und die anderen nicht? Neben einer genetischen Veranlagung scheint auch unsere moderne Lebensweise anfällig für Allergien zu machen – erfahren Sie hier mehr über die Ursachen für Heuschnupfen.

Heuschnupfen: Das passiert im Körper

Heuschnupfen ist eine allergische Erkrankung, die durch eine Überreaktion des Immunsystems auf Blütenpollen verursacht wird. Der Körper stuft dabei eigentlich harmlose Blütenpollen als „Feind“ ein und beginnt, diesen zu bekämpfen. Infolge dieser Prozesse reagiert die Schleimhaut in den oberen Atemwegen mit einer Entzündung – diese führt dazu, dass sich die typischen Heuschnupfen-Symptome wie Schnupfen und Niesreiz entwickeln.

Dabei tritt die allergische Reaktion nie beim ersten Kontakt mit dem Allergen ein. Voraussetzung für eine allergische Reaktion ist die sogenannte Sensibilisierungsphase, in der spezifische Antikörper gegen das Allergen (z. B. Birkenpollen) gebildet werden. Erst danach kommt es bei Kontakt zu diesem speziellen Allergen zur Ausbildung von Symptomen.

Heuschnupfen Mögliche Ursachen

Vererbung
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Vererbung

Hygiene-Hypothese
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Hygiene-Hypothese

Klimawandel
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Klimawandel

Umweltschadstoffe
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Umweltschadstoffe

Gut zu wissen: Gut zu wissen:

Da es sich bei Heuschnupfen um eine Allergie vom Sofort-Typ handelt, treten die Symptome innerhalb von Sekunden oder wenigen Minuten nach dem Allergen-Kontakt ein.

Heuschnupfen: Das Allergie-Risiko liegt in den Genen

Allergische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch. Das gilt auch für den Heuschnupfen. Heute weiß man, dass die genetische Veranlagung eine wichtige Rolle spielt. Denn das Allergie-Risiko und damit die Bereitschaft, auf Pollen, Milben oder andere Substanzen allergisch zu reagieren, wird vererbt.

Eindrücklich sind diese Zahlen: Ist kein Elternteil allergisch, liegt das Allergierisiko für das Kind bei 15 Prozent. Sind dagegen beide Elternteile allergisch, steigt das Risiko auf 50-60 Prozent an.

Allergie-Risiko: Die Rolle der Gene

Kein Elternteil allergisch

Risiko
15%

Beide Elternteile allergisch

Risiko
50-60%

Beide Elternteile gleiche Allergie

Risiko
60-80%

Risiko
15%

Risiko
50-60%

Risiko
60-80%

Gut zu wissen: Gut zu wissen:

Vererbt wird nicht eine bestimmte Allergie, sondern die Bereitschaft, eine Allergie zu entwickeln.

Pollenallergie durch zu viel Hygiene?

Bleibt die Frage, warum immer mehr Menschen allergisch reagieren und vor allem industrialisierte Länder von einer regelrechten Allergie-Epidemie betroffen sind. Dazu formulierten Wissenschaftler die sogenannte Hygiene-Hypothese. Vereinfacht gesagt erklärt sie die Zunahme von allergischen Erkrankungen mit einem Übermaß an Sauberkeit: Kommt man in der frühen Kindheit mit immer weniger Krankheitserregern in Kontakt ist das Immunsystem sozusagen unterfordert und stuft irgendwann eigentlich harmlose Substanzen wie etwa Pollen oder Nahrungsmittel als gefährlich ein – und reagiert mit einer überschießenden Abwehrreaktion.

Mehr Allergien durch Klimawandel und Umweltschadstoffe?

Eine weitere Erklärung für die stetige Zunahme von Allergien vermuten Experten auch im Klimawandel und in der Zunahme von Umweltschadstoffen. Neben dem Temperaturanstieg haben zum Beispiel auch die erhöhten CO2-Konzentrationen Auswirkungen auf den Pollenflug und die Pollenproduktion der Pflanzen, die das Allergieproblem zunehmend verstärken. Offensichtlich machen Substanzen wie etwa Ozon oder Feinstaub die Pollen „aggressiver“: Es werden vermehrt Allergene freigesetzt und die allergischen Reaktionen darauf fallen intensiver aus.

Gut zu wissen: Gut zu wissen:

Einen Schutzeffekt gegen die Entwicklung von Allergien scheint das Stillen zu haben. Deshalb wird Müttern empfohlen, ihre Kinder mindestens vier Monate ausschließlich zu stillen und erst danach langsam und schrittweise die Beikost einzuführen.

Tipps bei Heuschnupfen

Pollenflug im Blick behalten
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Pollenflug im Blick behalten

Was hilft gegen Heuschnupfen? Eine wichtige Basismassnahme für Betroffene ist die sogenannte Allergenkarenz. Das heisst konkret: Meiden Sie die Pollen, die bei Ihnen Allergiesymptome auslösen. Vor allem an Tagen mit starkem Pollenflug ist es ratsam, sich möglichst wenig im Freien aufzuhalten und insbesondere körperlich anstrengende Aktivitäten zu vermeiden.

Heuschnupfen-Behandlung frühzeitig beginnen
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Heuschnupfen-Behandlung frühzeitig beginnen

Viele Heuschnupfen-Geplagte werden erst aktiv, wenn die quälenden Symptome bereits voll ausgeprägt sind. Dabei sollte mit einer geeigneten Behandlung rechtzeitig begonnen werden. Denn wenn der Heuschnupfen nicht oder falsch behandelt wird, steigt das Risiko, dass sich die Beschwerden auf die unteren Atemwege ausweiten („Etagenwechsel“). Zur Linderung der Symptome stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Neben Tabletten mit Antihistaminika kommen oft auch spezielle Nasensprays zum Einsatz, die sogenannte Glukokortikoide (z. B. Fluticason, Mometason) enthalten. Sie gelten speziell bei mittelstarkem bis starkem Heuschnupfen als Mittel der ersten Wahl.

Richtig lüften
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Richtig lüften

Auch beim Lüften sollten Pollenallergiker einige Tipps beachten. Denn die Pollenkonzentrationen in der Luft schwanken im Tagesverlauf und es gibt Unterschiede zwischen ländlichen Gebieten und der Stadt. So sind auf dem Land eher die Morgen- und Mittagsstunden problematisch, sodass abends gelüftet werden sollte. Im Gegensatz dazu ist die „Stadtluft“ in den frühen Morgenstunden pollenärmer.

Grundsätzlich gilt: Nach einem längeren und heftigen Regenguss sinkt die Pollenbelastung – nutzen Sie diesen Moment um ausgiebig zu lüften.

Schlafzimmer: Pollenfreie Zone
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Schlafzimmer: Pollenfreie Zone

Das Schlafzimmer sollte möglichst pollenfrei gehalten werden. Dazu empfiehlt es sich, die im Freien getragene Kleidung in einem anderen Raum, zum Beispiel im Bad, abzulegen. Zudem ist es sinnvoll, sich abends vor dem Zubettgehen zu duschen, damit Pollen, die sich auf Haut und Haaren angeheftet haben, nicht mit ins Bett genommen werden.

Wäsche nicht im Freien trocknen
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Wäsche nicht im Freien trocknen

An warmen Tagen trocknet die Wäsche im Freien besonders schnell. Dennoch sollten Heuschnupfen-Geplagte Ihre Wäscheständer lieber in geschlossenen Räumen – sei es in der Wohnung oder im Keller – aufstellen. Anderenfalls haften die allergieauslösenden Pollen an T-Shirts, Blusen und Co. und können so auch in die Atemluft gelangen.

Urlaub vom Heuschnupfen
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Urlaub vom Heuschnupfen

Sie haben die Nase voll von der Pollenallergie? Dann machen Sie doch einfach mal Urlaub vom Heuschnupfen. Planen Sie Ihre Ferien für den Zeitraum ein, in dem die Pollenbelastung zu Hause am grössten ist. Ein Aufenthalt am Meer oder im Hochgebirge ist für Pollenallergiker besonders gut geeignet, da dort die Pollenbelastung in der Regel sehr gering ist.

Wichtig: Erkundigen Sie sich vor der Buchung über die Pollensituation am gewünschten Urlaubsziel. Für die meisten Regionen findet man heutzutage Pollenflugkalender und tagesaktuelle Pollenflugvorhersagen im Internet.

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